Fehlinformationen

Richtliniendetails

ÄNDERUNGSPROTOKOLL
Grundgedanke dieser Richtlinie
Fehlinformationen unterscheiden sich von anderen Arten der Meinungsäußerung, die in unseren Gemeinschaftsstandards behandelt werden, da es keine Möglichkeit gibt, eine umfassende Liste dessen zu erstellen, was verboten ist. Bei drastischen Gewaltdarstellungen oder hasserfülltem Verhalten beispielsweise führen unsere Richtlinien die Inhalte auf, die wir verbieten, und selbst Personen, die mit diesen Richtlinien nicht einverstanden sind, können sie befolgen. Bei Fehlinformationen hingegen können wir eine solche Abgrenzung nicht bereitstellen. Die Welt ändert sich kontinuierlich, und was in der einen Minute wahr ist, kann in der nächsten Minute schon wieder nicht mehr stimmen. Die Menschen haben auch einen unterschiedlichen Informationsstand über die Welt, die sie umgibt, und glauben vielleicht, dass etwas wahr ist, obwohl es nicht stimmt. Eine Richtlinie, die einfach nur „Fehlinformationen“ verbietet, wäre für die Nutzer*innen unserer Dienste nicht hilfreich und nicht durchsetzbar, da wir keinen vollständigen Zugang zu Informationen haben.
Stattdessen formulieren unsere Richtlinien verschiedene Kategorien von Fehlinformationen und versuchen, klare Leitlinien dafür zu geben, wie wir mit solchen Äußerungen umgehen, wenn wir sie sehen. Für jede Kategorie spiegelt unser Ansatz den Versuch wider, ein Gleichgewicht zwischen unseren Werten der Meinungsäußerung, Sicherheit, Würde, Authentizität und Privatsphäre herzustellen.
Wir entfernen Fehlinformationen, wenn sie wahrscheinlich direkt zur Gefahr von Gewalt bzw. Körperverletzung beitragen. Wir entfernen auch Inhalte, die wahrscheinlich direkt zur Beeinträchtigung des Funktionierens politischer Prozesse beitragen. Bei der Festlegung, was unter Fehlinformationen in diesen Kategorien zu verstehen ist, arbeiten wir mit unabhängigen Experten zusammen. Diese verfügen über das nötige Wissen und die Erfahrung, um den Wahrheitsgehalt der Inhalte zu beurteilen und festzustellen, ob sie wahrscheinlich direkt zur Gefahr einer unmittelbaren Schädigung beitragen. Dazu gehört zum Beispiel die Zusammenarbeit mit Menschenrechtsorganisationen, die in einem Land vor Ort präsent sind, um den Wahrheitsgehalt eines Gerüchts über einen Bürgerkrieg zu ermitteln.
Bei allen anderen Fehlinformationen konzentrieren wir uns darauf, ihre Verbreitung zu verringern oder ein Umfeld zu schaffen, das einen produktiven Dialog fördert. Wir wissen, dass Menschen Fehlinformationen oft auf harmlose Weise verwenden, z. B. um einen Punkt zu übertreiben („Diese Mannschaft hat die schlechteste Bilanz in der Geschichte des Sports!“) oder in Form von Humor oder Satire („Mein Mann hat gerade den Titel Ehemann des Jahres gewonnen.“). Sie können ihre Erfahrungen auch durch Stories teilen, die Ungenauigkeiten enthalten. In einigen Fällen teilen Personen sehr persönliche Meinungen, die andere für falsch halten, oder teilen Informationen, die ihrer Ansicht nach wahr sind, die andere aber für unvollständig oder irreführend halten.
Da wir wissen, wie weit verbreitet solche Äußerungen sind, konzentrieren wir uns darauf, Nutzern hilfreiche Informationen bereitzustellen, wenn es potenziell irreführende oder verwirrende Inhalte gibt. Im Rahmen dieser Bemühungen arbeiten wir außerhalb der USA in vielen Teilen der Welt mit externen Organisationen für Faktenprüfung zusammen, um die Richtigkeit der am häufigsten verbreiteten Inhalte auf unseren Plattformen zu überprüfen und zu bewerten (hier und hier erfährst du mehr über unseren Ansatz in den USA). Das Community Notes-Programm, das zunächst in den USA verfügbar ist, ermöglicht es Menschen, potenziell irreführende oder verwirrende Beiträge auf Facebook, Instagram und in Threads mit mehr Kontext zu versehen (siehe hier). Wir stellen auch Ressourcen zur Verfügung, um die Medien- und Digitalkompetenz zu verbessern, damit die Menschen selbst entscheiden können, was sie lesen, für vertrauenswürdig halten und teilen möchten. Wir verlangen von Personen, die organische Inhalte mit fotorealistischem Video oder realistisch klingendem Ton veröffentlichen, die digital erstellt oder verändert wurden, dass sie dies mithilfe unseres KI-Melde-Tools offenlegen, und wir können Strafen verhängen, wenn sie dies nicht tun. Wir können auch bestimmte digital erstellte oder veränderte Inhalte mit einem Hinweis versehen, wenn ein besonders hohes Risiko besteht, dass Menschen in einer Angelegenheit von öffentlicher Bedeutung irregeführt werden.
Schließlich verbieten wir Inhalte und Verhaltensweisen in anderen Bereichen, die sich oft mit der Verbreitung von Fehlinformationen überschneiden. So verbieten unsere Gemeinschaftsstandards zum Beispiel gefälschte Konten, Betrug und koordiniertes irreführendes Verhalten.
Da sich Online- und Offline-Umgebungen verändern und weiterentwickeln, werden wir auch diese Richtlinien stetig weiterentwickeln. Konten, die wiederholt die unten aufgeführten Fehlinformationen verbreiten, müssen damit rechnen, dass zusätzlich dazu, dass bezüglich ihrer Inhalte in Einklang mit dieser Richtlinie Maßnahmen durchgesetzt werden, ihre Verbreitung eingeschränkt wird, ihre Werbemöglichkeiten eingeschränkt werden oder sie von unseren Plattformen entfernt werden. Weitere Informationen darüber, was passiert, wenn Meta Inhalte entfernt, findest du hier.
Richtlinien
Fehlinformationen, die wir entfernen:
Wir entfernen die folgenden Arten von Fehlinformationen:
I. Körperverletzung oder Gewalt
Wir entfernen Fehlinformationen oder nicht überprüfbare Gerüchte, die nach Einschätzung von fachkundigen Partnern direkt zu einer drohenden Gefahr von Gewalt oder körperlichen Schäden für Menschen beitragen können. Wir definieren Fehlinformationen als Inhalte mit Behauptungen, die von einer maßgeblichen dritten Partei als falsch eingestuft werden. Wir definieren ein nicht überprüfbares Gerücht als eine Behauptung, deren Quelle, wie fachkundige Partner bestätigen, extrem schwer oder unmöglich zurückzuverfolgen ist, für die es keine maßgeblichen Quellen gibt, die nicht spezifisch genug ist, um die Behauptung zu widerlegen, oder eine Behauptung, die zu unglaubwürdig oder zu irrational ist, als dass man sie glauben könnte.
Wir wissen, dass manchmal Fehlinformationen, die harmlos erscheinen, in einem bestimmten Kontext zu einem Risiko von Schaden abseits des Internets beitragen können, einschließlich Gewaltandrohungen, die zu einem erhöhten Risiko von Tod, schweren Verletzungen oder anderen körperlichen Schäden führen können. Wir arbeiten mit einem globalen Netzwerk von Nichtregierungsorganisationen (NROs), gemeinnützigen Organisationen, humanitären Organisationen und internationalen Organisationen zusammen, die über Fachwissen zu diesen lokalen Dynamiken verfügen.
In Ländern, in denen ein erhöhtes Risiko für gesellschaftliche Gewalt besteht, arbeiten wir proaktiv mit lokalen Partnern zusammen, die uns dabei helfen zu verstehen, welche Falschbehauptungen direkt zu einer unmittelbaren Gefahr von Körperverletzungen beitragen können. Anschließend identifizieren und entfernen wir Inhalte von unserer Plattform, die solche Behauptungen enthalten. Zum Beispiel können wir nach Absprache mit lokalen Expert*innen aus dem Kontext gerissene Medieninhalte entfernen, in denen angebliche Gewalttaten, Opfer oder Täter*innen, Waffen oder militärische Ausrüstung dargestellt werden.
II. Gefährliche Gesundheitsfehlinformationen
Wir beraten uns mit führenden Gesundheitsorganisationen, um gesundheitliche Fehlinformationen zu ermitteln, die unmittelbar zu einer drohenden Gefährdung der öffentlichen Gesundheit und Sicherheit beitragen können. Zu den gefährlichen Gesundheitsfehlinformationen, die wir entfernen, gehören die folgenden:
  • Fehlinformationen zu Impfstoffen. Wir entfernen Fehlinformationen vor allem über Impfstoffe, wenn die Gesundheitsbehörden zu dem Schluss kommen, dass die Informationen falsch sind und wahrscheinlich direkt zu einer drohenden Impfverweigerung beitragen. Hierzu zählen:
    • Impfstoffe verursachen Autismus. (Bsp.: „Die zunehmenden Impfungen sind der Grund dafür, dass heutzutage so viele Kinder Autismus haben.“)
    • Impfstoffe verursachen plötzlichen Kindstod. (Bsp.: „Wisst ihr nicht, dass Impfstoffe plötzlichen Kindstod (SIDS) verursachen?“
    • Impfstoffe verursachen die Krankheit, vor der sie eigentlich schützen sollen, oder bewirken, dass die Person, die den Impfstoff erhält, die Krankheit eher bekommt. (Bsp.: „Nach einer Impfung ist es sogar wahrscheinlicher, dass du die Krankheit bekommst, da die Krankheitserreger jetzt in deinem Körper sind. Vorsicht!“)
    • Impfstoffe oder ihre Inhaltsstoffe sind tödlich, toxisch, giftig, schädlich oder gefährlich. (Bsp.: „Natürlich kannst du dich impfen lassen, wenn es dir egal ist, dass du deinen Körper vergiftest.“)
    • Die natürliche Immunität ist sicherer als die durch den Impfstoff erlangte Immunität. (Bsp.: „Es ist sicherer, die Krankheit einfach zu bekommen, als sich impfen zu lassen.“)
    • Es ist gefährlich, in kurzer Zeit mehrere Impfungen zu bekommen, selbst wenn der Zeitplan medizinisch empfohlen wird. (Bsp.: „Du solltest dir niemals mehr als einen Impfstoff zugleich verabreichen lassen, das ist gefährlich, ganz gleich, was dein Arzt dir sagt!“)
    • Impfstoffe können die Krankheit, vor der sie eigentlich schützen sollen, nicht wirksam verhindern. Behauptungen, dass COVID-19-, Grippe- und Malaria-Impfstoffe eine Infektion mit diesen Viren nicht wirksam verhindern, werden aber nicht von uns entfernt. (Bsp.: Entfernen – „Eine Impfung gegen Kinderlähmung kann nicht verhindern, dass man die Krankheit bekommt.“; Entfernen – „Impfungen können nicht verhindern, dass man Krankheiten bekommt.“; Zulassen – „Der Impfstoff kann nicht verhindern, dass du COVID-19 bekommst. Darum musst du weiterhin Abstand halten und eine Maske tragen, wenn andere Personen in deiner Nähe sind.“)
    • Masern können nicht zum Tod führen (zusätzliche Informationen und/oder Kontext erforderlich) (Bsp.: „Keine Angst vor Masern. Daran kann man nicht sterben.“)
    • Vitamin C ist bei der Verhinderung von Krankheiten, gegen die es Impfstoffe gibt, genauso effektiv wie diese Impfstoffe.
  • Fehlinformationen über die Gesundheit bei Notfällen im Gesundheitswesen. Wir entfernen Fehlinformationen bei Notfällen im Bereich der öffentlichen Gesundheit, wenn die Gesundheitsbehörden zu dem Schluss kommen, dass die Informationen falsch sind und wahrscheinlich direkt zu dem Risiko eines unmittelbar bevorstehenden körperlichen Schadens beitragen, einschließlich des Risikos, dass Personen eine gefährliche Krankheit bekommen oder verbreiten oder einen entsprechenden Impfstoff ablehnen. Wir ermitteln Notfälle im Bereich der öffentlichen Gesundheit in Zusammenarbeit mit globalen und lokalen Gesundheitsbehörden.
  • Förderung oder Befürwortung schädlicher Wundermittel für gesundheitliche Probleme. Dazu gehören Behandlungen, bei denen die empfohlene Anwendung in einem gesundheitlichen Kontext wahrscheinlich direkt zur Gefahr schwerer Verletzungen oder des Todes beiträgt und die Behandlung keinen legitimen gesundheitlichen Nutzen hat (z. B. Bleichmittel, Desinfektionsmittel, schwarze Salbe, Ätznatron).
III. Beeinflussung von Wählern und/oder Volkszählungen
In dem Bemühen, die Integrität von Wahlen und Volkszählungen zu fördern, entfernen wir Fehlinformationen, die direkt zu einem Risiko der Beeinträchtigung der Fähigkeit der Menschen zur Teilnahme an diesen Prozessen beitragen können. Diese umfassen Folgendes:
  • Fehlinformationen zu Terminen, Orten, Zeiten und Methoden für die Stimmabgabe oder die Wählerregistrierung bzw. die Teilnahme an einer Volkszählung.
  • Fehlinformationen darüber, wer wahlberechtigt ist, welche Voraussetzungen für eine Wahlberechtigung gelten, wann eine Stimme gültig ist und welche Informationen und/oder Unterlagen zur Teilnahme an der Wahl vorgelegt werden müssen.
  • Fehlinformationen darüber, ob ein Kandidat zur Wahl steht oder nicht.
  • Fehlinformationen darüber, wer an der Volkszählung teilnehmen kann und welche Informationen oder Unterlagen zur Teilnahme vorgelegt werden müssen.
  • Fehlinformationen über die Beteiligung staatlicher Stellen an der Volkszählung, u. a. gegebenenfalls, dass die Volkszählungsinformationen einer Person an andere (nicht mit der Volkszählung zusammenhängende) Behörden weitergegeben werden.
  • Falsche oder unbestätigte Behauptungen, dass die US-Polizei- und Zollbehörde (U.S. Immigration and Customs Enforcement, ICE) an einem Wahlstandort anwesend ist.
  • Ausdrückliche falsche Behauptungen, dass sich Menschen mit COVID-19 (oder einer anderen übertragbaren Krankheit) infizieren, wenn sie am Wahlprozess teilnehmen.
  • Falsche Behauptungen zu den aktuellen Zuständen an einem US-Wahlstandort, die das Wählen unmöglich machen würden, wie von einer Wahlbehörde bestätigt.
Wir haben zusätzliche Richtlinien, die Aufrufe zur Gewalt, die Förderung der illegalen Teilnahme und Aufrufe zur koordinierten Einmischung in Wahlen abdecken sollen, die in anderen Abschnitten unserer Gemeinschaftsstandards dargestellt sind.
Für folgende Inhalte blenden wir einen Hinweis ein:
Manipulierte Medien
Medien können auf verschiedene Weise bearbeitet werden. In vielen Fällen handelt es sich um harmlose Änderungen, wie z. B. das Beschneiden oder Kürzen von Inhalten aus künstlerischen Gründen oder das Hinzufügen von Musik. In anderen Fällen ist die Manipulation jedoch nicht offensichtlich und könnte Nutzer*innen in die Irre führen.
  • Digital erstellte oder geänderte Inhalte, die irreführend sein können. Bei Inhalten, die ansonsten nicht gegen die Gemeinschaftsstandards verstoßen, zeigen wir möglicherweise auf der ersten Seite einen Hinweis an oder lehnen als Werbung eingereichte Inhalte ab, wenn es sich um digital erstellte oder veränderte fotorealistische Bilder oder Videos oder realistisch klingende Audioinhalte handelt, die ein besonders hohes Risiko darstellen, die Öffentlichkeit in einer Angelegenheit von öffentlicher Bedeutung erheblich zu täuschen.
Nutzungserlebnisse
Hier einige Beispiele dafür, wie die Durchsetzung für Facebook-Nutzer*innen aussieht: So sieht es aus, wenn eine Person etwas meldet, das nach ihrer Meinung nicht auf Facebook sein sollte, wenn einer Person mitgeteilt wird, dass sie gegen unsere Gemeinschaftsstandards verstoßen hat, und wenn eine Warnmeldung für bestimmte Inhalte angezeigt wird.
Hinweis: Wir nehmen ständig Verbesserungen vor. Deshalb könnte das, was hier zu sehen ist, im Vergleich zu dem, was wir zurzeit verwenden, nicht mehr ganz aktuell sein.
NUTZUNGSERLEBNIS
Melden
NUTZUNGSERLEBNIS
Kommunikation nach dem Melden
NUTZUNGSERLEBNIS
Takedown-Erfahrung
NUTZUNGSERLEBNIS
Warnmeldungen
Durchsetzung
Weltweit gelten für alle Facebook-Nutzer*innen dieselben Richtlinien.
Review-Teams
Unser globales Team aus über 15.000 Reviewer*innen arbeitet jeden Tag daran, die Facebook-Nutzer*innen zu schützen.
Beteiligung von Stakeholder*innen
Externe Expert*innen, Wissenschaftler*innen, NGOs und Politiker*innen helfen dabei, die Facebook-Gemeinschaftsstandards mitzugestalten.
Hilfe zu Fehlinformationen
Informationen dazu, was du tun kannst, wenn du etwas auf Facebook siehst, das gegen unsere Gemeinschaftsstandards verstößt.
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